Motetten am Trinitatissonntag

Trinitatis Vesper 19   Plakat

Eine hohe Frauenstimme, eine tiefe Männerstimme, dazwischen der Klang einer Oboe und darunter die verbindenden Orgelakkorde – das sind die Farben der Abendmusik, die am Dreifaltigkeitssonntag, dem 16. Juni, um 18.00 Uhr in St. Anna gegeben wird.

 

Neben Beate Gehrken, nach vielen Konzert-Einsätzen eine schon erfahrene Sopranistin, ist erstmals Philipp Borchers zu hören, dessen noch junge Stimme Klangschönheit und großes Volumen vorweisen kann. Hinzu gesellt sich mit ihrer Oboe Helen Beuke, Landessiegerin im Wettbewerb „Jugend musiziert“. Fürs Orgelfundament und Solo-Einlagen sorgt Kantor Johannes Schäfer.

Den fünf Komponisten des Abends gemeinsam ist ihre einfache Herkunft und ihr Aufstieg an den bedeutendsten Zentren sakraler Musik: Jean Baptiste Morin aus Orleans und der Flame Henri du Mont werden Kapellmeister in Paris, der Böhme Samuel Capricornus am württembergischen Königshof in Stuttgart, der Friese Philipp Heinrich Erlebach am thüringischen Hof in Rudolstadt. Domenico Zipoli aus Prato (Toscana) zieht es gar nach Cordoba in Argentinien.

Die um das Jahr 1700 hoch entwickelte Freude am konzertierenden Miteinander ist wesentlich für die fünf Vokalwerke mit ihren wechselnden Besetzungen: Über der stets begleitenden Orgel erklingen Sopran, Bass und Oboe mal wechselweise, mal gemeinsam. Alle drei kommunizieren gleichberechtigt auf höchstem Niveau, lebendig und frisch die u. a. dem Psalter entnommenen Texte darstellend. Ihnen zur Seite gestellt sind, stilistisch passend, Orgel-Versetten von Domenico Zipoli.